Ich hab‘ Angst!

In unserer Podcastfolge #082 von „Wir müssen reden! – der Beziehungspodcast“ stelle ich mir die Frage:
Kann man Angst haben und gleichzeitig völlig im Vertrauen sein?

Für mich fühlt sich mein Leben gerade genau so an. Was das Ganze mit Beziehung zu tun hat, erzähle ich dir heute. Dazu muss ich ein kleines bisschen ausholen.

Mein Leben lang war ich auf der Suche nach meiner Berufung, meiner Bestimmung, dem einen, das meinem Leben einen Sinn geben würde, der einen Sache, in der ich mich wiederfinden könnte, wo ich ZUHAUSE wäre.

Das ging schon in der Schule los.

Kennst Du diese Menschen, die schon ganz früh wissen, was sie werden wollen? So wollte ich so gerne sein. Aber ich hatte keine Ahnung!

Also hab ich irgendwas gemacht, irgendeine Ausbildung.
Ich wurde Chefsekretärin, ich managte das Controlling, ich organisierte eine ganzheitliche Arztpraxis und kleine Akademie und machte noch einiges mehr. Ich war gut, in dem was ich tat, wirklich!
Aber ich hatte nicht gefunden, was ich gesucht hatte.

Also ging die Suche weiter.
Tu was du liebst, haben sie gesagt.

Dann musst du nie mehr arbeiten, haben sie gesagt.

Das wollte ich auch für mich!

Und ich fand auch immer wieder etwas und dachte: JETZT! Jetzt hast du es. Das eine, das für dich bestimmt ist und für das du bestimmt bist.
Aber nein. Es stellte sich einfach keine Ruhe in mir ein.

Kein Ankommen,

Kein Zuhause sein,

Keine Sicherheit.

Ich suchte Menschen, die mir sagen könnten, was das wäre, was MEINS ist.
Menschen, von denen ich dachte, dass sie mehr wissen, sehen, spüren, erkennen als ich.

Und dabei machte ich einen grandiosen Fehler! Ich glaubte ihnen. Ihnen allen!

Schon verrückt. Ich musste über 50 Jahre alt werden, um zu erkennen, dass das ein Fehler war.

Sie alle meinten es sicher nicht böse, sondern immer nur gut. Aber eben durch ihre Brille. Sie sagten mir, was IHRER MEINUNG NACH mein ICH ausmachen sollte. Aber sie sagten nicht dazu, dass das IHRE MEINUNG war. Natürlich nicht. Denn sie wussten gar nicht, dass das so war.
Es waren all ihre Projektionen. Sie legten ihre Schablone über mich und irgendwann war ich dann wieder der Meinung, dass etwas mit MIR nicht stimmte, weil ich das nicht sein konnte, was sie mir erzählt hatten.

Zwischendurch tauchten Menschen auf, die etwas anderes taten. Eine liebe Freundin sagte mir irgendwann, ich wäre „bis unters Dach voll mit Gaben“.

Aber das verstand ich wiederum nicht. Es war ja nicht klar und deutlich für mich.

Es war also eine ewige Suche, auf der ich nur immer mehr das Gefühl hatte, so nicht richtig zu sein.

Ich hatte schon irgendwann mal geschnallt, dass ich ein sogenannter Scanner bin, jemand, der viel-begabt ist. Viele Interessen, viele Projekte, viele Ideen. Und damit hatte ich mich sogar angefreundet, meinen Frieden geschlossen. Aber trotzdem hörte ganz tief in mir etwas nicht auf, mich zu pieksen.

Ich verglich mich mit anderen und – den sozialen Medien sei Dank – schnitt dabei meistens ziemlich beschissen ab.

Und kennst Du das? Dann kommt jemand und sagt dir, du sollst LOSLASSEN!

Na klasse…LOSLASSEN. Was denn noch bitte schön?
Ich bin 51 Jahre alt und hab wahrscheinlich schon eine ganze Menge losgelassen, Menschen, Träume, Ideen…

Aber na gut. Bitteschön. Lass’ ich halt los.

Ich wusste nicht, wie viele unterschiedliche Arten von Loslassen es geben kann.

Leck‘ mich doch am Arsch war eine davon.
Wenn mich keiner will, dann will ich auch keinen mehr.

Du merkst, ich war ziemlich wütend.
Aber dieses Mal passierte irgendwas, das anders war und das ich nicht genau in Worte fassen kann.

Ich beschreibe dir hier nur das Bild, das ich sah: Es sah aus, als ob ich vor mir ein riesengroßes Seidentuch schweben sah. Und dieses Mal bekam ich einen klitzekleinen Zipfel von diesem Tuch zu fassen.

In dem Moment, in dem ich diesen kleinen Zipfel in der Hand hatte, veränderte sich meine Bewegung. Ich tauchte irgendwo ein, dauernd veränderten sich die Farben, es wurde heller, dunkler, schneller, langsamer und es fühlte sich einfach nur gut an.

Aber dann lief in Sekundenbruchteilen auch dieser Anteil wieder an, der mir erzählte, dass das alles so nicht geht. Wenn Du das machst, gehst du endgültig pleite.

 

Und jetzt kommt die Beziehung ins Spiel.

Ich habe Angst, ich habe wirklich richtig Schiss vor diesem Weg, der sich mir einfach nur schrittchenweise zeigen will und nur dadurch entsteht, dass ich den nächsten Schritt gehe.

Ich habe Angst davor, dass es finanziell nicht reicht.

Ich habe Angst davor, dass ich am Ende wieder da lande, wo ich vorher schon so oft war: Im Tal der Ahnungslosen, eine Erfahrung reicher und keinen verdammten Schritt weiter.

Und gleichzeitig spüre ich ganz genau, dass es aber nur so gehen kann. Genau da muss ich durchgehen. Durch dieses Etwas, das ich nicht verstehe, nicht greifen kann, noch nicht sehen kann.

Wenn ich durch diese Angst gehe, und nur dann, dann wartet auf der anderen Seite das Glück.

Ein bisschen wie Goldschürfen, kommt mir da gerade in den Sinn. Hm…okay

Und da ist dieser eine Mensch an meiner Seite, der ganz sicher genügend Geschichten erlebt hat, die ihn zu Projektionen verleiten würden.
Der selbst nicht den rosaroten leichten Wolkenweg gegangen ist oder noch geht. Aber der wirklich liebt.
Und der einfach nur da ist, mir zuhört und mir dann einfach sagt, dass wir alles tun werden, von dem ich meine, das es nötig ist.

* Wenn du meinst, du musst studieren gehen, dann finden wir einen Weg.

* Wenn du das Gefühl hast, auswandern zu müssen, dann finden wir einen Weg.

* Und es wird sich alles sortieren, weil wir es gemeinsam tun werden.

Und Leute, nein, wir schwimmen nicht im Geld und können einfach damit spielen, ganz im Gegenteil.

Verstehst du, was ich erzählen will?
Ich habe eine Riesenangst vor diesem Weg, den ich gehen soll, ihn aber nicht richtig sehen kann. Gleichzeitig kann ich hundertprozentig vertrauen, dass ich ihn gehen kann und darf.

Weil da Dietmar ist, der mir vertraut und mir Sicherheit gibt.
Der auch seinen Weg geht und dafür meine hundertprozentige Unterstützung hat.

Wir haben im letzten Podcast davon gesprochen, was Liebe ist. Unterstützung, 100prozentig, gehört sowas von dazu.
Weil du so Liebe in ihrer reinsten Form spüren kannst. Ein Partner, der nichts will, der nicht aufrechnet, der dich in deiner Verletzlichkeit sieht, deinen Mut bewundert, dich verletzlich zu zeigen, der einfach nur will, dass du dein Glück findest.

Diese Art Liebe gibt mir Sicherheit und Mut.
Und dann ist der Mut größer als die Angst.

Wirkliche Liebe ist größer ist als alles.
Sie ist auch zu nichts anderem da. Sie will einfach nur sein und gefühlt werden.

Benutzt sie nicht! Das ist nicht ihr Sinn!

Fang‘ bei dir an, ganz klein, wenn du willst. Sag deinem Kind nicht: Wenn Du eine Eins in Mathe schreibst, bekommst du ein Geschenk.
Wenn Du ihm etwas schenken möchtest, dann TU es einfach. Weil es DICH freut, wenn dein Kind sind freut.
Tu es nicht, weil du etwas dafür erwartest. Das ist KEINE LIEBE!

Wir müssen das anders lernen.

Ich habe erfahren dürfen, dass ich meine größte Angst überwinden kann, weil ich so geliebt werde, dass, egal, was passiert, ich immer noch geliebt werde.

Wenn ich mich entscheide, mich für eine Woche aus allem rauszunehmen, weil ich unbedingt mit meinem Buch anfangen will. Und ich komme nach einer Woche zurück und habe keinen einzigen Satz geschrieben.
Dann werde ich dafür geliebt, dass ich den Mut hatte, diesen Schritt zu gehen. Nicht für die Zahl der Worte, die ich geschafft habe.

Und glaub mir, ich habe immer noch Angst! Aber ich habe auch verstanden, dass niemals jemand anders mir sagen kann, wo mein Platz ist. Ich MUSS das selbst herausfinden und selbst spüren.

Aber mit dem Vertrauen in mich und die Liebe zu mir kann ich mich trauen, das herauszufinden und vor allem, MIR selbst vertrauen.
Nicht mehr davon abhängig zu sein, was die anderen so tollen Menschen MEINEN.

Vielleicht kannst Du für jemanden dieser Mensch sein.
Mach‘ Du den Unterschied!
Und dann wirst Du den Unterschied auch für dich spüren, vielleicht nicht gleich heute und vielleicht auch nicht morgen.
Aber es wird kommen, ganz sicher.

Denn das Leben führt dich immer.

Ich wünsche dir heute von Herzen, dass Du immer wieder darauf vertraust, dass das so ist und dass Dein Leben dich zu den Menschen führt, mit denen Du wachsen kannst.

Deine Andrea

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